24.9.06

Der Offene Kanal Süderbrarup präsentiert: "Schlag den Raab"

Und ich dachte noch, die Fernbedienung wäre kaputt und wir hätten Bürgerfernsehen statt Pro 7 eingeschaltet. Denn den Eindruck musste man zumindest haben, wenn man die Premiere von "Schlag den Raab" gestern sah. Ein Format, das der Münchner Sender immerhin als "Konkurrenz zu 'Wetten daß..?'" angekündigt hatte. Auch Stefan Raab, gegen den eine mehr als überforderte Kandidatin antrat um 500.000,- Euro Preisgeld mit nach Hause zu nehmen, muss während der Sendung gemerkt haben, dass man vom ZDF-Flagschiff der Samstagabendunterhaltung noch (See-)Meilen weit entfernt ist.

Alles begann damit, dass ich mich fragte: Wer ist eigentlich dieser Moderator und wo ist Elton? Gut, am Ende des Abends war mir klar: Elton ist Profi genug um sich mit so einem gequirlten Mist nicht zu blammieren. Denn der Kartenvorleser Moderator (Who the f**k war denn das bloß?) war dem Format meiner Meinung nach zu keinem Zeitpunkt gewachsen. Was zugegebenermaßen aber auch nicht einfach war.

Eine technische Panne reihte sich an die nächste. Der Kontakthandschuh, der eigentlich den Abwurfzeitpunkt beim Papierflieger-Wettbewerb messen sollte, ging kaputt. Auch der eilig installierte Ersatzhandschuh machte Probleme. Ich hatte den Eindruck, am Ende besann man sich darauf, dass ein Praktikant in der Senderegie auf den Knopf drückte, um die Messung zu starten.

Beide - sowohl die Kandidatin als auch Raab - wurden durch den Profimoderator nicht duch die Sendung geführt - sondern gepeitscht. Kaum Zeit, um mal zwei Worte zu sagen. Ich glaube Kandidatin Esther sagte während der ganzen Sendung keine drei Worte - Rabb vielleicht vier. Vielleicht auch besser so, denn das was sie an Leistung zeigte war irgendwie auch keine 500.000,- Euro wert.

Denn obwohl sie mit ihrem Mann eine Fussballhalle betreibt, wirkte ihre Balltechnik beim Elfmeterschießen gegen Raab (nur eines von insgesamt 16! Spielen) so, als würde ich gegen den Ball stolpern. Ihr Trikot war dabei das einzige, was wirklich profesionell wirkte. Denn dafür wurde in ellenlangen Umziehszenarien gesorgt: Das die Kandidaten zu jedem Spiel die passende Kleidung anhatten. Raab war das irgendwann zu doof und er behielt den Fussballdress einfach an. Hier fragte man sich zum ersten Mal: Kocht es in ihm?

Allen Grund hatte er wohl auch dazu. Denn Raab war nicht nur Kandidat und Mittelpunkt der Sendung. Mit seiner Firma "Raab TV" verantwortete er auch deren Produktion.

Gänzlich ging es dann aber mit den Praktikanten in der Senderegie durch, als man bei einem Kartenspiel zur Verbesserung der Übersichtlichkeit die Spielkarten von Raab und seiner Kandidatin grafisch einblenden wollte. Bis zur letzten Karte klappte das auch einigermaßen. Dumm nur, dass die beiden dann plötzlich ganz andere Karten "auf der Hand" hatten, als auf dem Bildschirm für die Zuschauer eingeblendet wurden.

Zwischendurch kam dann doch noch Elton vorbei, stellte bei einer Runde "blamieren oder kassieren" Fragen und verschwand leider auch wieder. Lieber hätte man den profil- und talentlosen Moderator in diesem Moment die Treppe heraufgeschickt. Der aber musste auch noch 3 Musikacts ankündigen (Juli, Nena und...ja wen eigentlich noch), die von den Stars von "Wetten daß..?" vielleicht gerade noch gemein hatten, dass sie deren Gaderobe auftragen dürfen.


Gekämpft hat Stefan Raab an diesem Abend meiner Meinung nur ein einziges Mal: Beim letzten Spiel. Es ging darum, möglichst lang von einer Reckstange herunterzuhängen. Man merkte Raab förmlich an, dass er die Farce endlich beenden wollte. Er lag schon mit einigen Punkten vorn (was zweifellos gegen diese Kandidatin auch der E- bis F-Promi aus "Britt am Vormittag" geschafft hätte). Mit aller Kraft klammerte sich Raab mit beiden Händen an die Reckstange. Ein Schelm der eventuell vermutet, er hätte sich dabei schon den Hals des Produktionsleiters vorgestellt.

Fazit: Ausbaufähig. Und da man nicht meckern soll, ohne Verbesserungsvorschläge zu machen - hier meine TOP 10 der Verbesserungen an "Schlag den Raab".

10. Ich hatte nicht den Eindruck, dass auch nur ein Teil der Sendung vorher geprobt wurde. Vielleicht ein Punkt, den man verbessern könnte :)

9. Wenn Stefan Raab den ganzen Abend nichts sagen darf, dann ersetzt ihn doch gleich gegen einen G-Promi. Was ich sagen will: Gebt dem Mann doch zumindest zwei bis drei bissige Texte in der Sendung.

9. Vier Stunden Live-Sendung mit Spielen zu füllen ist sicherlich nicht leicht. Aber dann mit Hochsprung anzufangen und das ganze erstmal mit einer Umziehszene einzuleiten ist irgendwie mehr als unglücklich. Und das nach 5 langweiligen Einspielfilmen zur Kandidatenvorstellung. Vielleicht irgendwas spannendes als Aufmacher wählen?

8. Wie wäre es, wenn die Kandidaten schon in der Woche vor der großen Samstag-Abend-Show vorgestellt werden würden? TV-Total würde sich als Fläche doch optimal anbieten. Am Besten verschiebt man die langweiligen Vorstell-Einspieler auf diese Gelegenheit und lässt die Kandidaten schon gegen einen Sparring-Partner von Raab antreten. Raab müsste sich noch viel mehr als fieser Gegner positionieren, der es gar nicht nötig hat, in der Vorstellungswoche selbst in den Ring zu steigen. Gestern wirkte er eher wie ein zahnloser Tiger. Ich finde: Eine Runde Schlammcatchen mit Simon Gosejohann und eine Runde "blamieren oder kassieren" - ebenfalls mit Gosejohann und Elton. Nur damit man eine reele Chance hat, die Kandidaten einzuschätzen. Raab dabei als Pascha auf einen Thron, der die Fragen beantworten darf, die weder Kandidat noch Gosejohann wussten.

7. Wenn schon Top-Acts, dann auch richtige. Und wenns Geld nicht für drei reicht - dann einfach Nena oder Juli rauskürzen.

6. Keine Praktikanten mit "Knopfgewalt" in der Regie.

5. Keine bescheuerten SMS-Spiele à la "Was gewinnt der Kandidat: Eine halbe Million oder eine halbe Melone". Statt dessen sollte man während der gesamten Show voten können, wer am Ende gewinnen wird. Dank der tatsächlich gut durchdaten kummulativen Punkteverteilung kann das ja schon mal hin- und herschwanken. Das würde vielleicht auch den ein oder anderen dazu bewegen, mehrfach zu simsen (zumindest 2x - was bei der Frage oben überflüssig ist). Dann auch immer wieder mal das Zwischenergebnis einblenden. Wer richtig getippt hat, gewinnt dann meinetwegen die stadtfähige japanischen Kopie eines Geländewagen.

4. Wenn man sich schon einen telegenen Anwalt leistet, der die Spiele überwacht, dann sollte er zum einen wenigstens erreichbar sein, wenn es Probleme gibt. Und um das ganze glaubhafter zu machen: Dabei vielleicht auch gezeigt werden. Oder zumindest könnte man die Stimme hörbar machen. Sonst wird das ganze zum Moderatoren-Monolog, so wie gestern.

3. Legt einfach mal ein bißchen Herzblut in die Produktion. Klingt albern - aber ich glaube, es würde Wunder wirken. Ach so: Wenn es euch nur ums Geldverdienen geht, dann sendet doch vier Stunden Klingeltonwerbung.

2. Ach ja: Der Moderator. Wer zum Teufel war dieser Unsympath? Raus! Gegen das Doppel Elton (als Hauptmoderator) und Simon Gosejohann als Sidekick ersetzen. Ich finde, der hat wirklich Talent. Und Elton sowieso. Vielleicht doch mal so ein paar Dialoge durch die Redaktion vorbereiten lassen. Spontan kommt dann ja nix - gerade wenn der Chef auch noch angespannt ist, weil er überlegen muss, wie er den Scheiß die Sendung am Montag der Führungsriege von Pro 7 verkauft.

1. Tauscht den Moderator aus.

So, un nun schauen wir mal am 18. November, ob sich was ändert.

10.9.06

Sonntag, 21:00 Uhr

Es ist Sonntag Abend, im Fernsehen läuft der Tatort aus Kiel. Zeit genug also, das Wochenende Revue passieren zu lassen.

Freitag Nachmittag um 17 Uhr die Arbeit verlassen. Kurzes Power-Napping (so etwa 2 Stunden) und dann nach Preetz ins Hallenbad zur wöchentlichen Körperertüchtigung. Unmittelbar einsetzende Gerontophobie beim Anblick des Schwimmbeckens. Ungefähr 10 badebekappte Omas die tratschend ihre Runden durchs Wasser ziehen. Nebeneinander - natürlich! Alle scheinbar verbunden durch ein unsichtbares Band, weshalb es ihnen unmöglich ist, hintereinander zu schwimmen. Und was es allen anderen Badegästen unmöglich macht, das Becken zu benutzen.

Soll mir recht sein - gehe ich eben ins Dampfbad. Das lockert die Muskeln und man erfährt den neuesten Klatsch. Normalerweise zumindest - denn dieses Mal auch hier: Nur Omas. Versteht mich nicht falsch: Ich habe absolut nichts gegen alte Menschen. Ich werde ja auch jeden Tag älter. Aber wenn man 20 Minuten mit ihnen im Dampfbad verbringt, erfährt man eine Menge über Krankheiten. Es ist genau diese Menge an Informationen, die man über Offene eiternde Beine, Geheimnisse toter Ehemänner und Vorurteile über die Jugend nie haben wollte. Ich erspare dem Leser hier weitere Details - das hätte ich mir gern auch. Nach dem Schwimmbad noch ein Date. Auch hier gilt: Der Gentleman genießt und schweigt.

Nach dem Genuß folgt - wie so oft - der Kater. Erst um 5 Uhr richtig eingeschlafen und um 8:47 bereits vom Telefonklingeln geweckt worden. Versucht, selbiges zu ignorieren. Um 9:30 damit gescheitert. Genau so um 10:00, 10:21, 10:37, 11:00, 11:45 - um 12 Uhr dann zur großen Freude aller Anrufer aufgestanden. Alle Menschen zurückgerufen, die mir bis dahin auf den Anrufbeantworter gesprochen hatten. 4 Anrufe konnte ich jedoch nicht zuordnen. Scheinbar ein Callcenter, in dem willige Vertriebsrampensäue DSL verkaufen sollen.

Kurz vorm wöchentlichen Lebensmittelkauf noch ein Anruf. Wieder das besagte Callcenter. Ob ich denn schon DSL hätte. Ich antwortete nicht. Der Herr am Telefon muss das irgendwie falsch verstanden haben. Er holte merklich tief Luft und fing an, mir die "übersichtliche" Tarifstruktur seines Arbeitsgebers zu erklären.

Ich ließ ihn willig auf mich einreden. Innerlich schlief ich noch. Zwischendurch brummelte ich unverständliche Fragen, und fing an, dass Geschirr abzuspülen. Als er nach ca. 12 Minuten fertig war, fragte ich ihn noch, ob seine Firma heute schon mehrfach versucht haben könnte, mich zu erreichen. Er bejahte freudestrahlend. So als ob das irgend so eine Art Wettbewerb zwischen den Mitarbeitern sei. Nach dem Motto: Wie oft muss ich einen armen Idioten am Wochenende nerven, bis er drangeht.

Daraufhin immitiere ich einen Orang-Utan und löse damit am anderen Ende eine Sprechpause aus. Ich schalte auf Schweinegrunzen um. Schließlich die Frage, auf die ich schon nach dem Orang-Utan gewartet hatte: "Bitte, was soll denn das?". Knappe Antwort von mir: "Sehen Sie, das hab ich mich heute um 8:47 bei Ihrem ersten Anruf auch gefragt." Aufgelegt und einkaufen gegangen. Bis jetzt kein erneuter Anruf.

Abends kommen Freunde vorbei. Wir gehen zum Chinesen. Bleibender Eindruck: Fritiertes Krebsfleisch in Ballform am Stil.

Danach ins Kino. Die schlechtesten Entscheidungen trifft man immer kurz vor der Kinokasse. Unsere hieß: "Die Frau aus dem Wasser". Nett - ja schon. Aber auch nicht viel mehr. Ich weiß noch nicht ganz genau, was uns Regisseur M. Night Shyamalan damit sagen will. Einen "Kniff" wie bei "The 6th Sense" oder "Unbreakable" erwartet man in diesem Film zumindest vergeblich.

Der Tatort ist vorbei, die Ehefrau war die Mörderin und mein Lieblings-Boulevard-Talk-Show-Magazin beginnt: Sabine Christiansen. Die Frage heute: Welche Religion hat Gott? Passt zum Papstbesuch in Deutschland, der schon das ganze Wochenende durch die Medien geistert. Ich will gar nicht weiter drauf eingehen. Der Mann bekommt schon genug unnötige Aufmerksamkeit. Tja, welche Religion hat Gott? Ich vermute, wenn er sieht, wie einige Wirrköpfe hier bei uns jeden Tag Religion auslegen - dann wird er sich möglicherweise entschließen, gar keine Religion haben zu wollen. Was soll ihm auch passieren.

1.9.06

Interessante Preisgestaltung bei Hewlett-Packard

Wenn der Drucker nicht mehr druckt, sondern meint seine Berufung im Ziehharmonikafalten von Papier gefunden zu haben, dann taugt er nicht mehr. Es sei denn, man kann es seinen Kunden als besonders schick verkaufen, dass Rechnungen und Angebote künftig in Form eines 21x2 cm breiten Streifens zugestellt werden. Für uns bei wquadrat war es damit Zeit für einen neuen Drucker.

Und diese Woche fand dann auch ein schönes neues Peripheriegerät den Weg zu uns ins Büro. Der Name des Neuen: "hp LaserJet 1320tn". Das "t" steht übrigens für ein zweites Papierfach (Tray) und das "n" für einen Netzwerkanschluss (Network) - nur falls es jemanden interessiert.

Die Anleitung (wohl aus Umweltschutzgründen nur noch auf CD vorhanden) verrät: Er kann auch von hinten, wenn er will. Also Duplexdruck meine ich jetzt - theoretisch kann er zumindest.

Praktisch stellt alles, was über 4 Seiten hinausgeht, beim Duplexdruck eine echte Herausforderung für unseren Freund der schwarz/weiß besudelten Holzfaser dar und endet mit einem Druckabbruch. Das könnte eventuell an dem nicht gerade üppig bemessenen Speicher liegen, der im Gerät steckt. Gerade mal 16 MB spendiert Hersteller "hp". Nach dem Laden des Betriebssystems sind davon im laufenden Betrieb noch magere 5,5 MB übrig. Scheinbar zu wenig, um mehr als 4 Seiten im Duplexdruck auszugeben.

Aber wozu gibt es im hp-Online-Shop die Abteilung "Verbrauchsmaterialien, Zubehör & Sonstiges". Kurz geschaut, noch ein Klick auf "Ram-Erweiterung" und dann...mit dem Kinn auf die Tischkante geschlagen. Ich glaubte zunächst an einen Fehler. Schließlich ist das mit den Kommas und den Punkten bei amerikanischen und deutschen Währungsangaben ja grundverschieden.

Und es konnte sich doch nur um einen Fehler handeln. Denn wer würde wohl für eine Speichererweiterung um 64 MB wirklich 500 Euro (!!!) ausgeben, wenn er für genau den gleichen Preis gerade den Drucker erworben hat.

Ich meine, klar: Oft übersieht man total aufgemotzte "Daihatsu Cuore"-Modelle auf den Autobahnen, die ihre geistig minderbemittelten für Psychologen durchaus interessant veranlagten Fahrer auf der Rückscheibe deutlich mit dem Aufkleber "Böhse Onkelz" oder ähnlich Ausgefallenem der Lächerlichkeit preis geben. Und ja: Natürlich ist in so einem Fall das Tuning auch teurer als das ganze Auto. Aber bei einem Drucker?

Das konnte doch nur ein ganz schlechter Scherz sein. Ist es aber nicht. "hp" meint das ganz ernst. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der Drucker kann ja beidseitig drucken. Nur eben nicht mehr als 4 Seiten. Wer mehr will, der soll doch bitte zahlen.

Na ja, wozu haben wir Martin. Wir erinnern uns: Martin hatte mir im letzten Winter schon bei der Auswahl von Komponenten zur ersten Staffel "Home Improvement" geholfen. Martin recherchierte ein wenig und fand heraus, dass wir da wohl nicht die Einzigen sind, die nach einer Speichererweiterung zu erschwinglichen Preisen suchen. Ein Hinweis dazu findet sich schon in der Bewertungsliste des Druckers bei Amazon.de.

Dort weist jemand auf günstige Speicherbausteine von Transcend hin. Um es kurz zu machen: Die Speicherbausteine dort kosten um die 30 Euro und man bekommt dafür sogar einen Ram-Riegel mit 128 MB. Der Online-Shop ist übersichtlich nach Druckermodellen sortiert und die Ware wird meist innerhalb eines Werktages zugestellt. Die Speicherbausteine funktionieren "1a" und der Duplexdruck von mehrseitigen Dokumenten nun auch.

Jetzt frag ich mich nur noch: Für wie doof hält "hp" seine Kunden? Oder ist das die neue Art der Mischkalkulation? Vielleicht gibt es ja auch bald Autohersteller, die Wagen ohne Schalthebel zu moderaten Preisen anbieten und für den Kupplungsknauf dann Mondpreise verlangen. Wir werden sehen.