28.2.06

Sicherheit

Mein Kontaktmann beim BND hat mir versichert, dass dieses Blog nicht dazu beigetragen hat, den Vormarsch der amerikanischen Truppen auf Bagdad zu begünstigt. Jetzt bin aber froh.

20.2.06

Universalausrede für Egotripper

Du leidest unter Profilneurose oder bist gerade auf dem Egotripp? Mach dir nichts draus! Das neue Lied von Rosenstolz verschafft auch dir eine Ausrede. Einfach die Scheiben deines Opel Corsa runterkurbeln, CD einlegen und laut aufdrehen:

Ich bin ich - das allein ist meine Schuld.

Jetzt glaubt jeder, du bist ganz harmlos und arm dran. Ein dummer Egoist bleibst du trotzdem. Überleg mal, warum du nicht dazugehörst...

17.2.06

Alle lieben Typo3

Dieser Text beginnt mit einer Unwahrheit - direkt in der Überschrift. Richtig müsste es nämlich heißen: Alle lieben Typo3 - außer Dirk. Wenn ich Typo3 höre, dann bekomme ich Herzrasen gepaart mit ganz übler Flatulenz.

Für alle, die gar nicht wissen, um was es sich bei Typo3 handelt: Das ist eine Open-Source-Software zum Verwalten von Inhalten in erster Linie für mittlere bis große Websites - auch Content-Management-System genannt. Mittlerweile lassen sich aber nicht nur Websites, sondern auch Inhalte für andere Ausgabegeräte und Verwendungsarten (Stichwort: Enterprise-Content-Management) in Typo3 verwalten.

Woher rührt nun meine übertriebene Reaktion, wenn ich den Namen "Typo3" höre? Ganz einfach: In vielen Fachpublikationen wird diese Software schon seit einiger Zeit realtiv unreflektiert als Heilsbringer für die Content-Management-Probleme mittelständischer Websites gepriesen. So zum Beispiel in einem Artikel der Zeitschrift iX aus dem Dezember 2005. Fast hat man den Eindruck, bei dem Text würde es sich um einen Auszug aus einer Werbebroschüre handeln.

Viele IT-Entscheider müssen nun denken: Hey, Typo3 scheint die einzig vernünftige Software zu sein. Die müssen wir auch einsetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich aber der Entscheider noch nicht ein einziges Mal die Oberfläche des Systems angeschaut. Und einige Redakteure scheinen das beim Erstellen ihrer Artikel auch versäumt zu haben.

Denn genau in dieser Oberfläche liegt meiner Meinung nach die größte Crux bei Typo3. Das System ist zwar technisch absolut State-Of-The-Art, die Oberfläche für Anwender ist - wenn es nach mir geht - aber großer Mist. Ich finde, Typo3 ist das beste Beispiel dafür was passiert, wenn sich Nerds in verdunkelten Kellerbüros ohne Kontakt zur Nutzerwelt daran machen, ein perfektes System zu entwickeln. Aus technischer Sicht ist ihnen das sicherlich gelungen.

Aber diese Damen und überwiegend Herren aus den Entwicklungsteams sollten sich nun mal in den armen Mitarbeiter eines Unternehmens hineinversetzen, der sich beim Login auf das Backend mit hunderten von funktionsbeladenen Icons konfrontiert sieht. Auch wenn er sich über den Editmodus auf der Live-Site einloggt, wird er immer noch mit einer Ansicht gequält, die alles andere als What-You-See-Is-What-You-Get ist. Von wenig hilfreichen Tool-Tipps und anderen Erklärungstexten mal ganz zu schweigen. Hier von einer intuitiv bedienbaren Oberfläche zu sprechen, wäre ein Witz.

Ich weiß: Jede Software braucht eine Einweisung und kein System ist wirklich selbsterklärend. Aber: Meiner Meinung nach ist eine Software nur so gut wie die Oberfläche, über die sie bedient wird. Und die halte ich bei bei Typo3 für absolut Verbesserungswürdig.

Für Mitarbeiter in Großprojekten, die jeden Tag mehrere Stunden im System arbeiten, mag das zumutbar sein. Für den Marketing-Mitarbeiter eines mittelständischen Unternehmens, der ein paar Mal im Monat die Unternehmensnachrichten und eventuell die Produktbeschreibungen pflegt, ist es das meiner Ansicht nach nicht. Vielleicht kann man einen Schalter einbauen, mit dem sich sämtlicher technischer Overkill für den Redakteur abschalten lässt? Kommentare sind erwünscht.

14.2.06

Ganz vorn dabei

In einem Artikel von Spiegel-Online heißt es heute: Die Gelben Seiten in Deutschland sind mit einem neuen Service ganz vorn dabei. Zumindest in Hamburg kann man per Mausklick kostenlos bei Firmen anrufen, die man im Branchenbuch gefunden hat. [...]

Ganz vorn dabei? Wenn man den Artikel weiterliest, wird einem schnell klar: So wirklich innovativ scheint diese Erfindung nicht zu sein. Tausende Firmen boten schon Ende des letzten Jahrhunderts einen sogenannten Call-Back-Service an. Man trug seine Nummer in ein Feld auf der Homepage ein und die Firma rief wenig später zurück.

Warum nimmt der Spiegel nun an, die Gelben Seiten seien damit "Ganz vorn dabei"? Oder gibt es ein weiteres technisches Feature, mit dem uns die Damen und Herren aus der Redaktion nicht langweilen wollten - das aber die ganze Sache dann wirklich zu einer Innovation macht?

Nachtrag: Tatsächlich steckt mehr dahinter, als Spiegel-Online vermuten lässt. Anders als beim Call-back, bei dem die Firma zum Beispiel eine E-Mail bekommt und dann zurückruft, wird hier über einen Anbieter die Verbindung zu beiden Teilnehmern (Firma und Interessent) hergestellt und beide werden dann verbunden. Warum aber so umständlich? Na ja, egal.

Merzsches Dreigestirn

Die Überschrift dieses Eintrages könnte auch lauten: "Warum dynamisch erzeugte Teaser manchmal großer Mist sind." - wäre aber nicht so originell. Schaut man auf diese Seite (um 12:45 Uhr gesehen) bei Spiegel-Online, hat man das Gefühl, Friedrich Merz würde den Karneval zur Zeit ganz allein bestreiten.

Gleich drei Mal wird der CDU-Politiker dort abgebildet. Zugegeben: Es handelt sich immer um den gleichen Artikel und die Teaser werden auch immer schön rotiert, so dass es nur bei jedem x-ten Aufruf klappt - aber vielleicht ist es auch eine Form von unterschwelliger Wahlkampfwerbung? "Ooohm, dein Gehirn ist ausgeschaltet. Ooohm, du konzentrierst dich auf den Bildschirm. OOooohm, du siehst einen Politiker, der dir sehr sympathisch ist und deine Stimme bei der nächsten Wahl bekommt. Ooohm."

12.2.06

Fraus Antje bringt Käse aus...

...Deutschland. Eigentlich Holland, ich weiß. Und das wäre auch nicht ganz verkehrt: Es geht um "Deutschland sucht den Superstar" mit Holland-Moderations-Export Tooske Ragas.

Ich vermute mal, die Blogs sind voll von Posts über diese Sendung. Jezt kommt auch noch einer von mir. Ich war gestern mehr oder weniger gezwungen, mir eine Ausgabe der "Show" anzusehen.

Ich will auch nicht groß rumreden, aber eine Frage kam mir sofort in den Sinn: Wenn das da im Fernsehen die besten Deutschen Nachwuchssänger aus dem Casting sind, wie miserabel sind dann bitte die Schlechtesten?

Ok, über Geschmack lässt sich streiten. Und man soll ja nicht mit Schweinen schmeißen, wenn man im Schlachthaus sitzt. Aber die Frage beschäftigt mich trotzdem.

11.2.06

Offen wie ein Scheunentor

Martin (aka Al, der Assistent aus unserer bescheidenen Heimwerkershow) hat sich ein neues Mobiltelefon gekauft. Natürlich musste er ein besseres Handy haben, als sein Chef (so eine neumodische Art von Genitalvergleich eben). Deshalb hat er sich das T-Mobile MDA Vario gekauft.

Das allein wäre mir aber noch keine Meldung wert (ich würde ja niemandem sagen, dass er den oben erwähnten Vergleich gewonnen hat - also den Handyvergleich. Den anderen haben wir ausgelassen).

Im Gegensatz zu meinem Mobiltelefon ist das Gerät von Martin mit W-Lan ausgestattet. Und da Martin ein Spielkind ist (bin ich ja gar nicht) hat er sich gleich ein Programm auf das Gerät geladen, mit dem man W-Lan-Accesspoints orten kann. Natürlich nicht nur die vielen öffentlichen, wie die von Vodafone oder T-Online - nein, auch die vielen privaten.

Beim abendlichen Zug durch die Gemeinde haben wir die Suche gestern gleich mal ausprobiert. Bereits nach einigen hundert Metern hatten wir über 30 Funknetzwerke gefunden. Wäre ja auch noch nichts außergewöhnliches (die Dinger senden halt, dagegen kann man wenig machen, wenn man sein Arbeitszimmer nicht grad mit Blei auskleiden will) - aber: Rund 30 Prozent der Netzwerke waren nicht durch ein Passwort geschützt - also wirklich offen wie ein Scheunentor.

Sagt mal, liebe W-Lan-Nutzer: Habt ihr in letzter Zeit kein Fernsehen geschaut? Oder steht ihr drauf, wenn Hackerkiddies euren Computer über das offene W-Lan nach brauchbaren Daten durchforsten? Auch die Hersteller scheinen die gängigen Schutzmaßnahmen immer noch nicht standardmäßig zu aktivieren.

Jetzt nochmal zum Mitschreiben: Wenn ihr euch einen Funk-Router vom Verkäufer eures Vertrauens aufschwatzen lasst, dann lasst euch auch erklären, wie ihr das Gerät mit WPA- oder zumindest WEP-Verschlüsselung einigermaßen sicher machen könnt.