29.1.06

Home Improvement: Ein Mediacenter im Eigenbau VI

Heute: Das Beste zum Schluss

Der Januar neigt sich dem Ende zu und auch die erste Staffel unserer kleinen Heimwerkershow geht in die letzte Runde.

Nachdem die Mediacenter-Edition von Microsoft (MCE) beim letzten Mal in Unvermögen deutlich zum Ausdruck gebracht hat und ich nicht bereit bin, auf MTV und Videotext zu verzichten (von einer einigermaßen annehmbaren Bildqualität mal ganz zu schweigen), habe ich diese Woche mal zwei Alternativprodukte getestet.

Beide laufen ebenfalls auf Windows XP, welches bei der Mediacenter-Edition von Microsoft praktischerweise zum Lieferumfang gehört. Bevor man eine andere Software als die MCE einsetzen möchte, muss man die Registry-Einträge der Sat-Karte noch bearbeiten. Wir erinnern uns: Die MCE konnte mit DVB-S nichts anfangen. Die Sat-Karte konnte man mit Hilfe eines Registry-Schlüssels so einstellen, dass sie sich für die MCE als DVB-T-Karte ausgab. Für die beiden Produkte, die ich heute teste, ist das nicht nötig. Beide unterstützen den digitalen Sat-Empfang von Hause aus. Hauppauge bietet zum Zurückstellen zum Normalmodus in dem bereits heruntergeladenen MCE-Paket einen Registry-Tool namens "Enable-WinTV" an.

Zurück zu den beiden Alternativen: Die erste heißt "MediaPortal" und ist kostenlos. Die Open-Source-Software wird von zahlreichen Programmierern entwickelt und liegt zur Zeit in der Version 0.2 Releasecandidate 2 vor. Die 26 MB sind mit DSL fix heruntergeladen und die Installation läuft völlig problemlos durch.

Es werden bereits zahlreiche TV-Karten unterstütz und eine Transponderliste für die wichtigsten europäischen Satellitensysteme sind bereits integriert. Leider wurden bei der Auswahl der Astra-Satelliten beim ersten Durchlauf keine Sender gefunden. Aber egal - das Setup läuft ansonsten problemlos durch.

Anders als bei der MCE gehört beim "MediaPortal" ein externes Konfigurationsprogramm zum Lieferumfang. Darüber klappt dann auch die Sendersuche zum Astra-System. Auch die Verwaltung der Senderlisten ist über das Programm problemlos innerhalb kürzester Zeit möglich. Sogar ein XML-Export der Senderlisten für den Havariefall steht zur Verfügung.

Beim ersten Start sieht das Programm wirklich vielversprechend aus. Radiosender wurden - wie man es erwartet - in die Rubrik "Radio" sortiert (und nicht den TV-Sendern zugeteilt, wie in der MCE). Daneben wartet das "MediaPortal" mit einem Informationsbereich zum lokalen Wetter und mit einem Spiel (Tetris) auf. OK, braucht man nicht wirklich - aber beim langweiligen Fernsehprogramm von heute kann es ja schon mal vorkommen, dass man lieber Tetris spielen möchte.



Der TV-Modus enttäuscht leider ein wenig. Die Menüführung ist - meiner Meinung nach - ziemlich umständlich und hakt hier und da auch mal gern. Auch das TV-Vollbild läuft nicht wirklich flüssig. Nachdem ich hier die Einstellungen für die Codecs verändert hatte, war zwar das Bild in Ordnung - der Ton war aber nicht mehr synchron.

Ok, also auch noch keine perfekte Lösung. Besonders das Umschalten der Sender dauert mir mit bis zu fünf Sekunden entschieden zu lang. Aber es lohnt sich bestimmt, diese Software im Auge zu behalten. Zumal der Markt für Mediacenter sicherlich in den nächsten Jahren beispielsweise durch HDTV und anderen technischen Schnickschnack massiv wachsen wird.

Aber für den Moment brauche ich eine andere Lösung. Warum nicht mal schauen, ob es auf dem deutschen Markt etwas brauchbares gibt. Bei diesem "Schauen" bin ich auf die Software "Sceneo TVcentral" von Buhl-Data getoßen.

Auf der Website kann eine 30 Tage voll lauffähige Trial-Version heruntergeladen werden (Kaufpreis: 69,95 Euro als Download-Edition). Der Download der rund 140 MB dauert hier schon ein wenig länger. Aber auch der ist irgendwann abgeschlossen und dann gehts ans Setup.

Auch "TVcentral" bietet ein externes Konfigurationsprogramm. Auch hier ist die Sendersuche und Senderverwaltung ohne Probleme möglich. Ansonsten ist das Konfig-Programm ein wenig Gewöhnungsbedürftig. Aber die Dokumentation ist sehr ausführlich, so dass man die Geheimnisse der einzelnen Registerkarten irgendwann lüften kann.

Nach dem Sendersuchlauf und den ersten Grundeinstellungen geht es an den ersten Start. Wichtig: Über das Windows-Tool "msconfig" sollte auf der Registerkarte "Systemstart" das Programm "ehstart" ausgeschaltet werden. Ansonsten werden bei der Bedienung von TVcentral über die MCE-Fernbedienung Teile von MCE gestartet, was bei mir einen ziemlichen Systemhänger verursachte. Außerdem empfiehlt Buhl-Data für einige TV-Karten die Installation eines sogenannten BDA-Patches für Windows XP.



Nachdem alles geupdatet ist, läuft "TVcentral" aber ohne Probleme. Was sofort auffiel: Die Bildqualität war einwandfrei und es gab auch keine Aussetzer in Bild und Ton mehr. Die Bedienung gestaltete sich anfänglich etwas umständlich: Zwar ist der Menüaufbau und auch die Umschaltung ziemlich flink - aber die MCE-Fernbedienung wird durch "TVcentral" nicht direkt unterstützt. Hätte ich nicht schon eine Fernbedienung gekauft, dann wäre das Einsteiger-Hardwarepaket im Centarea-Onlineshop eine gute Option.

Der Produktkern von "TVcentral" selbst basiert auf der Software "Meedio" und ist Nachfolger des kostenlosen MyHTPC. Die Oberfläche und zahlreiche Zusatzfunktionen (Plug-Ins) werden von Buhl-Data entwickelt. Das Produkt ist ziemlich stabil, reagiert sehr schnell auf Nutzereingaben (Umschalten in maximal 2 Sekunden) und hat viele nette Zusatzfunktionen (erweitertes EPG ohne technisches Gefrickel, Sendersuchlauf ohne Porgrammlistenverlust). Und wenn es doch mal ein Problem gibt, hilft das Herstellerforum in den allermeisten Fällen weiter.

Nachdem ich das Programm nun seit einigen Tagen im Alltag getestet habe, bin ich überzeugt: Die beste Mediacenter-Software kommt zur Zeit aus Deutschland und heißt "Sceneo TVcentral". Zwar gibt es auch hier sicherlich einiges zu verbessern (die Systemeinstellung können zwar auch über die TVcentral-Oberfläche bedient werden, die Schriftgröße macht das aber auf kleineren TV-Geräten unmöglich) - aber im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Mich ärgert jetzt nur, dass ich schon Geld für die MCE von Microsoft ausgegeben habe.

Das war also die erste Staffel "Home Improvement". Mal sehen, was es in Zukunft noch so zu "improven" gibt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Das Buch zur Sendung können Sie sich jetzt selbst ausdrucken.

22.1.06

Home Improvement: Ein Mediacenter im Eigenbau V

Heute: MCE is' nicht Okay

In der Ausgabe Nr. 5 unserer kleinen Heimwerkershow geht es heute um den ersten Start der Mediacenter-Oberfläche von Microsoft. Den Fernseher hatte ich ja schon beim letzten Mal über den Composite-Ausgang der Grafikkarte angeschlossen. Jetzt kann man die Grafikkarte über das Tool in der Leiste neben der Uhr (System Tray) so einstellen, dass das Signal nur noch über den Composite-Out (Chinch-Buchse) ausgegeben wird. Der Clone-Modus (Monitor- und Chinchausgang) ist nicht mehr nötig.

Fehlt jetzt also nur noch die Fernbedienung. Ich habe mich ja für die Windows-MCE-Fernbedienung entschieden.

Um die in Betrieb zu nehmen reicht es, den mitgelieferten Empfänger an einen der freien USB-Ports anzuschließen. Dann noch auf die grüne Taste auf der Fernbedienung drücken und die Mediacenter-Oberfläche wird zum ersten Mal gestartet.



Ein ziemlich ausführliches Setup-Menü führt einen nun durch die Sendersuche und die anderen Einstellungen. So weit - so gut! Nach einem einwöchigen Test lässt die Begeisterung aber ziemlich schnell nach. Wenn ich die Software jetzt mit einigen kurzen Worten beschreiben sollte, würde ich sagen, es handelt sich um eine Public Beta. Manchmal hat man aber auch den Eindruck einer späten Alpha-Version.

Vielleicht ist es ja auch so und Microsoft hat den Hinweis nur vergessen? Nein, wohl nicht. Der Preis ist zumindest für eine derartige Software ziemlich happig. Die Kritikpunkte im Einzelnen:

1. Keine DVB-S-Unterstützung
Auch in der Version 2005 gibt es noch keine direkte Unterstützung für den Sat-Empfang. Erst mit einem kleinen Trick wird das möglich (siehe letzter Beitrag).

2. Katastrophales Tool zur Sendersortierung
Bei der Suche nach Programmen vom Astra-Sat-System werden ungefähr 600 Sender (Radio und TV - siehe Punkt 9) gefunden. Mit dem MCE-eigenen Tool wird das Sortieren zu einer echten Geduldsprobe. Ok, man könnte die Sender auch einfach so lassen, wie sie "reinkommen". Aber wer will das 3. Programm vom Bayrischen Fernsehen schon auf Programmplatz 1 haben? Erst ein Registry-Hack macht ein Auslassen von nicht gewünschten Programmen möglich. Auch ein Anlegen von individuellen Senderlisten (Eine für Mutti, eine für Onkel Jürgen usw.) ist nicht vorgesehen. Die fertig sortierte Programmliste lässt sich dann leider auch nicht exportieren. Das wär auch gar nicht nötig, wenn da nicht Punkt 3 wäre.



3. Vergesslichkeit bei Senderlisten
Wenn ich mein Mediacenter jetzt starte, dann überkommen mich immer Verlustängste. Nicht das ich in einer so "heißen" Gegend wohne, dass man mir das Ding klauen könnte. Nein, es geht mehr um meine mühsam sortierten Senderlisten. So kann es beim Download von neuen Informationen zur elektronischen Programmzeitschrift (Eletronic Program Guide, EPG) schon mal passieren, das entweder alle Sender weg oder wieder in der "alten" Sortierreihenfolge sind (Bayrisches Fernsehen auf der 1). Gleiches kann passieren, wenn sich das Mediacenter mal aufhängt. Das Bild friert ein und nur mit STRG+ALT+ENTF und einem Neustart ist die Kiste aus dem Schlaf zu reißen. Nach einem solchen Reset ist die Senderliste dann auch gern mal ganz weg.

4. Suche nach neuen Sendern funktioniert nicht korrekt
Hin und wieder werden Sender von den Anbietern oder von Astra auf neue Transponder gelegt. Und hin und wieder kommen auch neue Programme hinzu. Schön wäre es, wenn man diese Programme dann auch in die eigene Programmliste einreihen könnte. Die MCE bietet dafür auch einen Programmpunkt an. Und ja, er findet auch die neuen Sender. Aber nein, sie werden nicht in der Senderliste sichtbar. Auf dem Weg von "Sender gefunden" zu "Sender sortieren" gehen sie irgendwie verloren. Da bleibt dann nur eines: Man muss die komplette (und so mühsam sortierte) Senderliste löschen und eine komplette Neusuche initiieren. Erst dann werden auch neue Sender eingereiht.

5. Keine Videotext-Funktion
Zwar gibt es auf der MCE-Fernbedienung eine Taste "Videotext" - die scheinen die Damen und Herren von Microsoft aber nur aus Jux und Dollerei dort angebracht zu haben (Ne, haben Sie natürlich nicht. Mit der Fernbedienung kann man auch den Fernseher bedienen und dort dann den Videotext auslösen). Aber die MCE selbst hat keine Videotextfunktion. Und da die Grafikkarte das Signal nur ohne Videotext an den Fernseher weitergibt (würde nur mit "echter TV-Karte funktionieren), fällt der Dienst eben flach. Ok, Videotext ist ne uralte Erfindung und sollte eigentlich nicht mehr nötig sein. Aber manchmal sitzt man eben vor der Glotze und möchte nur mal schnell schauen, was grad so in der Welt und im TV los ist. Wie EPG - ja klar hat die MCE ein EPG. Damit kommen wir dann zu Punkt 6.

6. Unvollständiges EPG
Mittels elektronischer Programmzeitschrift (EPG) soll man sich eigentlich umfassend über das laufende und kommende Fernsehprogramm informieren können. Leider liefert der von Microsoft angebotene Dienst nur unvollständige Daten. Für kleine Sender und Spartenprogramme fehlen die Informationen nahezu komplett. Begründung von Microsoft: Der Dienst ist für die Verwendung mit DVB-T und nicht für alle DVB-S-Sender ausgelegt. Trotzdem doof. Auch hier hilft ein "Hack" weiter, den man im MCE-Forum findet.

7. Keine direkte Bearbeitung von Aufzeichnungen
Aufzeichnungen aus dem TV werden in einem Microsoft-eigenen Format auf der Festplatte des Mediacenter-PCs abgelegt. Das Format ist nicht zeitlinear und lässt sich selbst mit dem Microsoft-Moviemaker nicht bearbeiten. Hier ist ein Tool nötig, das den Stream beispielsweise in eine lineare MPEG-Datei umwandelt.

8. Keine Resume-Funktion für DVD
Das Mediacenter sollte ja nicht nur einen Sat-Receiver und Festplattenrekorder - sondern auch einen DVD-Player ersetzen. Also habe ich mir am mal einige Filme angeschaut. Irgendwann wollte ich mich dann zwischendurch kurz mit Nachrichten auf den neuesten Stand bringen. Ich hab also den Film auf Pause gestellt und zum Fernsehprogramm umgeschaltet. Nach den Nachrichten wollte ich den Film fortsetzen, doch die MCE hatte den pausierten Film wohl schon vergessen. Die DVD wurde neu gestartet und begann von vorn.

9. Radiosender werden nicht getrennt ausgewiesen
Die MCE bietet im Hauptmenü einen Punkt "Radio" und man sollte eigentlich erwarten können, das DVB-Radiosender in diesem Menü auftauchen. Tja, sollte man. Tun sie aber nicht. Das Menü ist nur für UKW-Sender gedacht, die über eine FM-Tuner (oder eine kombiniete TV-)-Karte empfangen werden. Die Sender, die über DVB-S oder DVB-T gefunden werden, tauchen in den Fernsehlisten mit auf. Und auch nur dort sind sie anwählbar. Das macht das Sortieren wie unter Punkt 1 beschrieben dann noch spannender.

10. Miese Bildqualität
Ich hab nun wirklich alle Kombinationen von Einstellungen des Videocodecs ausprobiert. Aber das Bild wird nicht besser (oder es wird besser und hakt dafür alle paar Sekunden). So sieht man bei abgestuften Farbflächen (z.B. Rotverlauf an einem Vorhang) oftmals Kästchen oder bei schnellen Bewegungen bilden sich Artefakte (Kästchen des vorherigen Bildes bleiben im aktuellen Bild stehen). An Kanten ist oftmals eine Stufenbildung zu sehen. Auch das Testen mit anderen Codecs und anderen Codeseinstellungen brachte kaum eine Besserung.

11. MTV fehlt
Mag jetzt nicht wirklich ein großer Fehler sein - aber bei der Verwendung einer Hauppauge WinTV Nova-SE 2 in Verbindung mit der MCE wird MTV-Central nicht empfangen. Ja, da läuft zwar eh keine Musik mehr und die meiste Zeit nur Jamba-Werbung. Aber doof ist es trotzdem. Beim Auto fehlt der Zigarettenanzünder ja auch nicht. Ich brauche den zwar nicht, aber es ist gut zu wissen, dass er da ist.

Irgendwie ein ganz schön bescheidenes Ergebnis für eine solche Software. Ich würde nach dieser Erfahrung keinem "Normal"-User raten, von einem klassischen Receiver/DVD-Player/Festplattenrekorder auf ein Mediacenter mit MCE umzusteigen. Wie gesagt, das Programm hat für mich bestenfalls Beta-Status.

Das kann es also nicht sein. Deshalb werde in der nächsten und letzten Ausgabe dieser Serie mal zwei Alternativen testen. Das Programm "Mediaportal" und die Software "Sceno TVcentral". Also bis zum nächsten Sonntag.

15.1.06

Home Improvement: Ein Mediacenter im Eigenbau IV

Heute: Noch mehr Software oder "Der Weg zum ersten TV-Abend"

Nachdem die Installation der Microsoft Windows XP Media Center Edition 2005 (MCE) beim letzten Mal ohne Probleme abgeschlossen wurde und der erste Start ohne Bluescreen verlief, geht es nun an die Konfiguration des Mediacenter-PC's.

Zunächst müssen die Boardtreiber installiert werden, um beispielsweise die Onboard-Ethernet-Schnittstelle funktionsfähig zu machen. Dafür liefert Gehäusehersteller "Shuttle" eine Treiber-CD mit, auf der sich auch Treiber für den AGP-Port und die Onboard-Soundkarte befinden. Der AGP-Slot läuft zwar schon, aber mit dem boardeigenen Treiber soll die Geschwindigkeit der Grafikverarbeitung noch optimiert werden (ich glaub ja so einen Marketingquatsch gern).

Also rauf mit den Treibern und schon funktioniert auch die Verbindung zum Internet einwandfrei. Als nächstes kommt ein Bios-Update. Shuttle riet beim Betrieb mit der MCE von Microsoft zu einem solchen Update. Also fix das Bios-Update heruntergeladen und mit dem Flash-Tool von der mitgelieferten CD ins Bios gebracht. Hier genau darauf achten, das richtige Update herunterzuladen. Einfach den Modelname auf dem Board oder dem Karton beachten.

Als nächstes kommen die Treiber für die Grafikkarte. Hier ganz normal die Installations-CD nutzen und den Anweisungen folgen. Mit dem Treiber kann ich nun zum ersten Mal den Fernseher an den Composite-Ausgang (Chinch) anschließen. Dazu braucht man einen Adapter von Chinch-Stecker auf Scart-Stecker (gibt es z.B. bei Mediamarkt oder Conrad). Daneben sollte das Ding einen Klinken-Stecker haben, um den Ton auch in den Fernseher zu bekommen. Und siehe da: Nach dem Einschalten des Clone-Modus wird auch auf dem Fernseher ein Bild sichtbar. Mit dem Tool der Grafikkarte kann das Bild dann noch ausgerichtet werden. Bei der von mir verwendeten Asus NVIDIA-Karte gibt es dazu ein kleines Tool im sog. Tray neben der Uhrzeit-Anzeige in der Task-Leiste.

Ach ja, dann ist da noch die Sat-Karte, die beim ersten Hochfahren schon gern installiert werden wollte (da hab die Aufforderung erstmal weggedrückt). Denn für die Sat-Karte von Hauppauge brauche ich Treiber aus dem Netz. Der Hintergrund dazu ist nicht ganz so leicht zu erklären. Fangen wir mal einfach an: Die MCE kann mit Sat-Karten (DVB-S-Karten) eigentlich gar nichts anfangen. Denn bisher kann die MCE nur normales Analoges Antennenfernsehen, Kabelfernsehen und DVB-T (also digitales Antennenfernsehen) auf dem Schirm bringen. Nun sehen sich bei DVB-S (digitales Sat-Fernsehen) und DVB-T nicht nur die Abkürzungen sehr ähnlich, beide Nutzen auch das gleiche Verfahren zur Senderorganisation und dem Datentransport.

Deshalb installiere ich spezielle MCE-Treiber von Hauppauge. Mit diesen Treibern gaukelt die Sat-Karte dem MCE vor, sie wäre eine DVB-T-Karte (könnt ihr mir noch folgen - also sie tut so, als würde sie digitales Antennenfernsehen empfangen). Und nun noch ein bißchen technisches Hintergrundwissen dazu (wenns euch nicht interessiert, dann einfach die nächsten zwei Absätze überspringen).

DVB-T besteht technisch gesehen aus 162 Frequenzen (von 50.500 bis 866.167 kHz). Auf diesen 162 Frequenzen befinden sich die einzelnen Programme, die jeweils zu Bouquets zusammengefasst sind. Ein Bouquet besteht zumeist aus den Sendern eines Anbietes (Das RTL-Bouquet könnte beispielsweise aus RTL Television, Vox, RTL 2 und Super RTL bestehen). Es passen bei DVB-T - je nach Bildqualität - 3 bis 5 Sender in ein Bouqet. Bei DVB-S passen mehr hinein (ca. 10). Gut, die Frequenzen sind also mit Bouqets belegt - sowohl bei DVB-T also auch bei DVB-S.

Nur gibt es beim Sat-Empfang nicht nur eine einzelne Frequenz, man muss auch noch die Polarisation (Horizontal oder Vertikal) und noch 2-3 weitere Angaben machen. Außerem liegen die Frequenzen der sogenannten Sat-Transponder in einem ganz anderen Frequenz-Bereich. Davon weiß die MCE aber nichts. Die sagt der vermeindlichen DVB-T Karte nur: Du schickst mir jetzt den Datenstrom für Super RTL auf der Frequenz 538.167 kHz. Die als DVB-T-Empfänger getarnte Sat-Karte legt nun intern eine Liste an, in der die DVB-T-Frequenzen zu Sat-Transpondern "umgeschlagen" werden.

Auf der Seite vom Hersteller "Hauppauge" bekommt man dafür ein Zip-Archiv, in dem sich spezielle Treiber für die Karte und auch diverse Dateien zum Erzeugen von Registry-Einträgen befinden. Zuerst also mal die Treiber installieren. Dazu einfach XP Hardware-Manager (unter Systemsteuerung > System) auf die Fragezeichen für nicht installierte Hardware gehen oder. Bei der Sat-Karte "WinTV NOVA SE 2" müssen 3 Treiber installiert werden. Dann auf die Datei "Enable_MCE.reg" doppelklicken. Nun wird ein Wert in die Registry geschrieben, mit dem die Sat-Karte darüber informiert wird, dass sie sich bei der MCE als DVB-T-Karte melden soll und DVB-T-Frequenzen in Sat-Transponder-Frequenzen "umrechnen" soll. Die Frequenzen für die Sat-Transponder stecken in der Datei "0192-ASTRA.reg". Auch hier doppelklicken und schon ist die Sat-Karte fit für die MCE.

Nur die MCE selbst ist noch nicht fit dafür. Dazu ist erstmal ein Windows-Update nötig. Also alle Updates installieren. Achtung: Das benötigte "MCE-Rollup 2" befindet sich unter "optionale" Updates. Nachdem die Updates installiert sind, wird Windows neu gestartet. Nun ist erneut ein Update nötig. denn für das Rollup 2 gibt es auch schon wieder einen "Flicken". So ist das eben bei Microsoft. Wenn das nun alles installiert ist, dann ist auch schon fast Windows fit für den Fernsehempfang.

Jetzt wird es nochmal technisch. Wer jetzt schon abgeschaltet hat, dem empfehle ich bei seinem handelüblichen Sat-Receiver/DVD-Player und Festplattenrekorder bleiben. Kurze Zwischenbemerkung: Ohne die hilfreichen Beiträge in der deutschen MCE-Community wäre ich echt aufgeschmissen gewesen. So, zurück zur Technik. Die Bilder vom Satelliten kommen als MPEG2-Stream im Mediacenter an. Die MCE von Microsoft kann damit aber erstmal gar nichts anfangen. Ein sogenannter Codec ist nötig. Damit wird der MPEG-Stream auf den Bildschirm gebracht.

Es gibt diverse MPEG-Codecs auf dem Markt. Ich habe mich - nach einigen Empfehlungen im MCE-Forum - für den NVIDIA PureVideo Decoder entschieden. Warum Microsoft bei einem Programm, das schon mehr als 100 Euro kostet, nicht gleich einen MPEG-Codec mitliefern kann, ist mir schleierhaft. Zumal er zum Betrieb der Plattform mit DVB-Signalen auf jeden Fall benötigt wird. Also noch den Codec installieren und schon ist das Softwarepaket endlich komplett.

Beim nächsten Mal geht es dann um die Konfiguration des Mediacenter-Programms um endlich Fernsehen schauen zu können.

8.1.06

Home Improvement: Ein Mediacenter im Eigenbau III

Heute: Der Zusammenbau

Die Damen und Herren von Atelco, Amazon.de und DHL haben mittlerweile ihren Job gemacht. Alle Einzelteile aus der Materialliste wurden pünktlich zum Zusammenbau geliefert.

Also erstmal auspacken und alles genau anschauen. Besonders interessant dabei ist das Shuttle-Gehäuse. Nach dem Abnehmen des Deckels wird klar, dass ich mir lieber ein 19-Zoll-Gehäuse für mein Mediacenter hätte kaufen sollen. Denn in dem kleinen Barebone wirds ziemlich eng für meine ungelenken Finger.



Zuerst mal den Schlitten für die Festplatte und das DVD-Laufwerk sowie den Lüfter und die Heatpipe ausbauen. Sieht schwieriger aus, als es ist. Außerdem ist dem Gehäuse eine ausführliche Anleitung beigelegt.

Na ja, das Ding ist nun also zerpflückt. Jetzt ist Platz für die CPU. Hebel hoch und die richtige Position finden. Auf dem Plastiksockel und der CPU-Unterseite ist dazu ein kleines Dreieck angebracht. Bringt man beide aufeinander, dann passt es. Hebel wieder runter und die CPU sitzt.

Als nächstes werden die Speicherriegel in die "Bänke" gedrückt. Dem steht eigentlich nur das Netzteil im Weg, das sich etwa einen Zentimeter darüber befindet. Wer die Herausforderung sucht, kann sie natürlich auch so eindrücken. Ich hab mich aber entschieden, das Netzteil abzubauen und es zur Seite zu schieben. Jetzt ist Platz für große Hände um die Ram-Riegel zu montieren. Danach kann man das Netzteil dann wieder an seiner alten Position befestigen.

Jetzt kommt die Wärmeleitpaste auf die CPU und dann die Heatpipe andrücken und wieder befestigen. Zum Schluss noch den Lüfter wieder montieren.



An dieser Stelle hab ich mich jetzt dummerweise entschlossen, die Festplatte und den Schlitten wieder zu montieren. Besser wärs aber gewesen, erstmal die Grafikkarte in den AGP- und die Sat-Karte in den PCI-Slot zu friemeln. Geht natürlich auch, wenn der Schlitten schon drin ist, war aber wesentlich umständlicher und man zieht sich an den Metalkanten des Schlittens mit hoher Wahrscheinlichkeit einige Wunden an den Händen zu. Es soll ja auch jeder sehen, das man hart gearbeitet hat Ansonsten ist das Gehäuse aber wirklich sehr gut gearbeitet, so das man den Verlust von Fingern nicht wirklich befürchten muss.

Übrigens spart es ungemein Zeit, wenn man die Festplatte gleich richtig rum auf dem Schlitten montiert (Steckerleisten nach hinten). Dann muss man die halbe Kiste nicht wieder auseinanderschrauben, wenn man sie anschließen will. Nicht, dass mir das passiert wäre. Ich wollte es nur mal erwähnen *hüstel*.

Ok, also der Schlitten ist drin und die Steckkarten auch. Das DVD-Laufwerk sollte man sich ganz bis zum Schluss aufheben. Da es doch um einige Zentimeter hinten über den Schlitten hinausgeht, wird es sonst sehr eng im Gehäuse und man hat Probleme die Festplatte an die Stromversorgung und den S-ATA-Konnektor anzuschließen.

Wirkliche Probleme gab es beim Zusammenbau eigentlich nicht. Die Reihenfolge sollte man sich vorher genau überlegen. Was die nötigen Kabel (Stromversorgung, S-ATA, IDE) angeht: Die sind fast alle (bis auf das S-ATA-Datenkabel) im Gehäuse vormontiert und haben genau die richtige Länge, um sie problemlos anzuschließen. Für Geräte, die als Bulkware (Massenware, wie beispielsweise im Fall des DVD/CD-Brenners) gekauft wurden, liegen dem Gehäuse genügend Befestigungsschrauben bei.



So, fertig! Dann mal ab damit auf den Schreibtisch - anschließen und einschalten. Erstaunlicherweise spuckte er keine Funken und nach dem Einlegen der erste Installation-CD (zur WIN XP Mediacenter Edition 2005 gehören 2) läuft das Setup problemlos an. Mittendrin verlangt XP dann die zweite CD. Nach dem Einlegen geht es ebenfalls anstandslos dem Ende der Installation entgegen. Dann allerdings kommt eine Microsoft-typische Mystik-Meldung: Die CD mit dem Service Pack 2 wird verlangt.

Der geneigte Installationsteilnehmer fragt sich nun: Welche ist das? Die Erste oder die Zweite oder vielleicht eine ganz Andere? Ich will Euch nicht auf die Folter spannen: Es ist die Erste (Ok, kommt man auch selbst drauf). Warum Microsoft das nicht einfach ganz klar schreiben kann, bleibt das Geheimnis der Redmonder.

Nach etwa 45 Minuten ist die Installation beendet und Windows XP MCE 2005 wird das erste Mal gestartet. Kein Bluescreen und kein Absturz: Es funktioniert. Ob das so bleibt und welche Tricks man anwenden muss, um das Mediacenter zum Ausgeben von Sat-Fernsehen zu bewegen - das erfahrt Ihr in der nächsten Ausgabe.

1.1.06

Home Improvement: Ein Mediacenter im Eigenbau II

Heute: Materialbeschaffung

Nachdem ich mich mutig entschlossen habe, mein Mediacenter (Sat-Receiver, Festplatten- und DVD-Rekorder in einem) selbst zusammenzubauen, geht es heute ans Einkaufen der Einzelteile. Besonderer Dank gilt Martin, der mir dabei geholfen hat (um nicht zu sagen: Er hat mir erst klar gemacht, was ich brauche).

Aber Tim Taylor hat schließlich auch einen Assistenten. Der Vergleich passt sogar sehr gut: Auch Tims Assistent weiß einiges mehr als Tim selbst. Wenn das mal gut geht.

Hier aber nun die genaue Einkaufsliste:

1. Das Gehäuse [Bild]
Shuttle XPC SN95G5V3 mit Sockel 939 (Gehäuse mit Mainboard mit 1x AGP und 1x PCI, Kühler, Heatpipe für die CPU, Netzteil, 5.1 Soundkarte, 2x USB-Anschlüsse auf der Front- und 2x auf der Rückseite sowie ein kompletter Satz internes Verdrahtungsklimbim und Hitzeleitpaste für die Verbindung von CPU und Heatpipe). Diese Gehäuseart wird auch als "Barebone" (bloßer Knochen) bezeichnet.

Hersteller: Shuttle
Gekauft bei: Atelco-Onlineshop
Preis*: 319,00 EURO


2. CPU [Bild]
AMD Athlon64 3200+ für Sockel 939 in der Tray-Version (also ohne Lüfter und Kühlkörper) Typ "Venice"

Hersteller: AMD
Gekauft bei: Atelco-Onlineshop
Preis*: 165,00 EURO


3. RAM [Bild]
2x 512 MB DDR Corsair PC3200/400 CL 2,5 (Die 2,5 sind laut Recherche bei Google die Latenzzeit für den Zugriff. Es gibt wohl Riegel mit Werten von 2 [optimal] bis 3 [nicht mehr so optimal])

Hersteller: Corsair
Gekauft bei: Atelco-Onlineshop
Preis*: 2x 59,00 EURO = 118,00 EURO


4. Festplatte [Bild]
Samsung SP2504C, 250 GB, 7200 upm, 8 MB Cache, S-ATA II (Serial ATA erzielt gegenüber normalem ATA/IDE eine geringere Zugriffszeit. Das kann beim Abspielen von Filmen, die auf der Festplatte gespeichert wurden, von Vorteil sein.) Anschlusskabel für S-ATA und ein spezieller Stromkabeladapter (siehe Wiki-Link) werden beim Gehäuse mitgeliefert.

Hersteller: Samsung
Gekauft bei: Atelco-Onlineshop
Preis*: 125,13 EURO


5. CD/DVD-Brenner [Bild]
Benq DW1640, bulkware (=Massenware, also ohne Software sowie ohne Soundkabel zur Verbindung mit der Soundkarte auf dem Motherboard - das ist allerdings auch nicht mehr nötig, da die Sounddaten auf dem "Softwareweg" übertragen werden), Farbe: schwarz, DVD+-RW/+-R (Erklärung zu den Formaten).

Hersteller: Benq
Gekauft bei: Atelco-Onlineshop
Preis*: 50,00 EURO


6. Grafikkarte [Bild]
Asus V9520-X/TD mit Geforce-Chip FX 5200 von NVIDIA und 128 MB Speicher. Die Karte hat einen normalen VGA, einen DV und einen AV-Ausgang (Composite-Signal auf Chinch-Buchse).

Hersteller: Asus
Gekauft bei: LimbaCom über Amazon.de
Preis*: 43,55 EURO


7. Sat-Karte [Bild]
Da ich mein Fernsehsignal über Sat-Antenne (aka Schüssel) beziehe, braucht mein Mediacenter eine Sat-Karte. Nach langer Recherche im Internet um das beste Produkt zu finden, habe ich mich für die WinTV NOVA-SE2 PCI von Haupauge entschlossen. Sie ist eine der wenigen Sat-Karten, die zur WIN XP Mediacenter Edition 2005 kompatibel ist.

Hersteller: Hauppauge (Wissenswertes über den Firmennamen)
Gekauft bei: LimbaCom über Amazon.de
Preis*: 57,83 EURO


8. Betriebssystem [Bild]
Microsoft Windows XP Media Center Edition 2005 (System Builder Version)

Hersteller: Microsoft
gekauft bei: Atelco Raisdorf (war zum Kaufzeitpunk im Atelco-Onlineshop nicht verfügbar)
Preis*: 129,00 EURO


9. Fernbedienung [Bild]
Irgendwie muss man den ganzen PC jetzt ja auch noch vom Sofa aus zum Absturz bringen bedienen können. Dazu empfiehlt sich bei dem Betrieb mit der Mediacenter Edition von WIN XP die passende Fernbedienung von Microsoft. Im Set enthalten ist auch der Fernbedienungs-Empfänger, der an den USB-Port angeschlossen und auf das Gehäuse gestellt wird. Außerdem bieter der Empfänger die Möglichkeit, weitere Geräte (z.B. klassischer Videorecorder ect.) über mitgelieferte IR-Dioden anzusteuern. Externe Geräte können dann über die Microsoft Fernbedienung ebenfalls ferngesteuert werden kann.

Hersteller: Microsoft (kein spezifischer Produktlink vorhanden)
Gekauft bei: Atelco-Onlineshop
Preis*: 33,95 EURO


GESAMTPREIS für Material: 1.041,46 EURO

* Die so gekennzeichneten Preise beziehen sich auf das Bestelldatum 19.12.2005 und können je nach Marktlage und Wechselkurs variieren.

In der nächsten Folge geht es dann um den Zusammenbau, der sich übrigens für Menschen mit Wurstfingern und großen Händen besonders interessant gestaltet. Aber dazu nächstes Mal mehr.