Sonntag, 21:00 Uhr
Es ist Sonntag Abend, im Fernsehen läuft der Tatort aus Kiel. Zeit genug also, das Wochenende Revue passieren zu lassen.
Freitag Nachmittag um 17 Uhr die Arbeit verlassen. Kurzes Power-Napping (so etwa 2 Stunden) und dann nach Preetz ins Hallenbad zur wöchentlichen Körperertüchtigung. Unmittelbar einsetzende Gerontophobie beim Anblick des Schwimmbeckens. Ungefähr 10 badebekappte Omas die tratschend ihre Runden durchs Wasser ziehen. Nebeneinander - natürlich! Alle scheinbar verbunden durch ein unsichtbares Band, weshalb es ihnen unmöglich ist, hintereinander zu schwimmen. Und was es allen anderen Badegästen unmöglich macht, das Becken zu benutzen.
Soll mir recht sein - gehe ich eben ins Dampfbad. Das lockert die Muskeln und man erfährt den neuesten Klatsch. Normalerweise zumindest - denn dieses Mal auch hier: Nur Omas. Versteht mich nicht falsch: Ich habe absolut nichts gegen alte Menschen. Ich werde ja auch jeden Tag älter. Aber wenn man 20 Minuten mit ihnen im Dampfbad verbringt, erfährt man eine Menge über Krankheiten. Es ist genau diese Menge an Informationen, die man über Offene eiternde Beine, Geheimnisse toter Ehemänner und Vorurteile über die Jugend nie haben wollte. Ich erspare dem Leser hier weitere Details - das hätte ich mir gern auch. Nach dem Schwimmbad noch ein Date. Auch hier gilt: Der Gentleman genießt und schweigt.
Nach dem Genuß folgt - wie so oft - der Kater. Erst um 5 Uhr richtig eingeschlafen und um 8:47 bereits vom Telefonklingeln geweckt worden. Versucht, selbiges zu ignorieren. Um 9:30 damit gescheitert. Genau so um 10:00, 10:21, 10:37, 11:00, 11:45 - um 12 Uhr dann zur großen Freude aller Anrufer aufgestanden. Alle Menschen zurückgerufen, die mir bis dahin auf den Anrufbeantworter gesprochen hatten. 4 Anrufe konnte ich jedoch nicht zuordnen. Scheinbar ein Callcenter, in dem willige Vertriebsrampensäue DSL verkaufen sollen.
Kurz vorm wöchentlichen Lebensmittelkauf noch ein Anruf. Wieder das besagte Callcenter. Ob ich denn schon DSL hätte. Ich antwortete nicht. Der Herr am Telefon muss das irgendwie falsch verstanden haben. Er holte merklich tief Luft und fing an, mir die "übersichtliche" Tarifstruktur seines Arbeitsgebers zu erklären.
Ich ließ ihn willig auf mich einreden. Innerlich schlief ich noch. Zwischendurch brummelte ich unverständliche Fragen, und fing an, dass Geschirr abzuspülen. Als er nach ca. 12 Minuten fertig war, fragte ich ihn noch, ob seine Firma heute schon mehrfach versucht haben könnte, mich zu erreichen. Er bejahte freudestrahlend. So als ob das irgend so eine Art Wettbewerb zwischen den Mitarbeitern sei. Nach dem Motto: Wie oft muss ich einen armen Idioten am Wochenende nerven, bis er drangeht.
Daraufhin immitiere ich einen Orang-Utan und löse damit am anderen Ende eine Sprechpause aus. Ich schalte auf Schweinegrunzen um. Schließlich die Frage, auf die ich schon nach dem Orang-Utan gewartet hatte: "Bitte, was soll denn das?". Knappe Antwort von mir: "Sehen Sie, das hab ich mich heute um 8:47 bei Ihrem ersten Anruf auch gefragt." Aufgelegt und einkaufen gegangen. Bis jetzt kein erneuter Anruf.
Abends kommen Freunde vorbei. Wir gehen zum Chinesen. Bleibender Eindruck: Fritiertes Krebsfleisch in Ballform am Stil.
Danach ins Kino. Die schlechtesten Entscheidungen trifft man immer kurz vor der Kinokasse. Unsere hieß: "Die Frau aus dem Wasser". Nett - ja schon. Aber auch nicht viel mehr. Ich weiß noch nicht ganz genau, was uns Regisseur M. Night Shyamalan damit sagen will. Einen "Kniff" wie bei "The 6th Sense" oder "Unbreakable" erwartet man in diesem Film zumindest vergeblich.
Der Tatort ist vorbei, die Ehefrau war die Mörderin und mein Lieblings-Boulevard-Talk-Show-Magazin beginnt: Sabine Christiansen. Die Frage heute: Welche Religion hat Gott? Passt zum Papstbesuch in Deutschland, der schon das ganze Wochenende durch die Medien geistert. Ich will gar nicht weiter drauf eingehen. Der Mann bekommt schon genug unnötige Aufmerksamkeit. Tja, welche Religion hat Gott? Ich vermute, wenn er sieht, wie einige Wirrköpfe hier bei uns jeden Tag Religion auslegen - dann wird er sich möglicherweise entschließen, gar keine Religion haben zu wollen. Was soll ihm auch passieren.
Freitag Nachmittag um 17 Uhr die Arbeit verlassen. Kurzes Power-Napping (so etwa 2 Stunden) und dann nach Preetz ins Hallenbad zur wöchentlichen Körperertüchtigung. Unmittelbar einsetzende Gerontophobie beim Anblick des Schwimmbeckens. Ungefähr 10 badebekappte Omas die tratschend ihre Runden durchs Wasser ziehen. Nebeneinander - natürlich! Alle scheinbar verbunden durch ein unsichtbares Band, weshalb es ihnen unmöglich ist, hintereinander zu schwimmen. Und was es allen anderen Badegästen unmöglich macht, das Becken zu benutzen.
Soll mir recht sein - gehe ich eben ins Dampfbad. Das lockert die Muskeln und man erfährt den neuesten Klatsch. Normalerweise zumindest - denn dieses Mal auch hier: Nur Omas. Versteht mich nicht falsch: Ich habe absolut nichts gegen alte Menschen. Ich werde ja auch jeden Tag älter. Aber wenn man 20 Minuten mit ihnen im Dampfbad verbringt, erfährt man eine Menge über Krankheiten. Es ist genau diese Menge an Informationen, die man über Offene eiternde Beine, Geheimnisse toter Ehemänner und Vorurteile über die Jugend nie haben wollte. Ich erspare dem Leser hier weitere Details - das hätte ich mir gern auch. Nach dem Schwimmbad noch ein Date. Auch hier gilt: Der Gentleman genießt und schweigt.
Nach dem Genuß folgt - wie so oft - der Kater. Erst um 5 Uhr richtig eingeschlafen und um 8:47 bereits vom Telefonklingeln geweckt worden. Versucht, selbiges zu ignorieren. Um 9:30 damit gescheitert. Genau so um 10:00, 10:21, 10:37, 11:00, 11:45 - um 12 Uhr dann zur großen Freude aller Anrufer aufgestanden. Alle Menschen zurückgerufen, die mir bis dahin auf den Anrufbeantworter gesprochen hatten. 4 Anrufe konnte ich jedoch nicht zuordnen. Scheinbar ein Callcenter, in dem willige Vertriebsrampensäue DSL verkaufen sollen.
Kurz vorm wöchentlichen Lebensmittelkauf noch ein Anruf. Wieder das besagte Callcenter. Ob ich denn schon DSL hätte. Ich antwortete nicht. Der Herr am Telefon muss das irgendwie falsch verstanden haben. Er holte merklich tief Luft und fing an, mir die "übersichtliche" Tarifstruktur seines Arbeitsgebers zu erklären.
Ich ließ ihn willig auf mich einreden. Innerlich schlief ich noch. Zwischendurch brummelte ich unverständliche Fragen, und fing an, dass Geschirr abzuspülen. Als er nach ca. 12 Minuten fertig war, fragte ich ihn noch, ob seine Firma heute schon mehrfach versucht haben könnte, mich zu erreichen. Er bejahte freudestrahlend. So als ob das irgend so eine Art Wettbewerb zwischen den Mitarbeitern sei. Nach dem Motto: Wie oft muss ich einen armen Idioten am Wochenende nerven, bis er drangeht.
Daraufhin immitiere ich einen Orang-Utan und löse damit am anderen Ende eine Sprechpause aus. Ich schalte auf Schweinegrunzen um. Schließlich die Frage, auf die ich schon nach dem Orang-Utan gewartet hatte: "Bitte, was soll denn das?". Knappe Antwort von mir: "Sehen Sie, das hab ich mich heute um 8:47 bei Ihrem ersten Anruf auch gefragt." Aufgelegt und einkaufen gegangen. Bis jetzt kein erneuter Anruf.
Abends kommen Freunde vorbei. Wir gehen zum Chinesen. Bleibender Eindruck: Fritiertes Krebsfleisch in Ballform am Stil.
Danach ins Kino. Die schlechtesten Entscheidungen trifft man immer kurz vor der Kinokasse. Unsere hieß: "Die Frau aus dem Wasser". Nett - ja schon. Aber auch nicht viel mehr. Ich weiß noch nicht ganz genau, was uns Regisseur M. Night Shyamalan damit sagen will. Einen "Kniff" wie bei "The 6th Sense" oder "Unbreakable" erwartet man in diesem Film zumindest vergeblich.
Der Tatort ist vorbei, die Ehefrau war die Mörderin und mein Lieblings-Boulevard-Talk-Show-Magazin beginnt: Sabine Christiansen. Die Frage heute: Welche Religion hat Gott? Passt zum Papstbesuch in Deutschland, der schon das ganze Wochenende durch die Medien geistert. Ich will gar nicht weiter drauf eingehen. Der Mann bekommt schon genug unnötige Aufmerksamkeit. Tja, welche Religion hat Gott? Ich vermute, wenn er sieht, wie einige Wirrköpfe hier bei uns jeden Tag Religion auslegen - dann wird er sich möglicherweise entschließen, gar keine Religion haben zu wollen. Was soll ihm auch passieren.
Hallo, mein Name ist Dirk. Ich bin 30 und wohne in Kiel. Mehr Infos hier im Blog oder per 
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