Alle lieben Typo3
Dieser Text beginnt mit einer Unwahrheit - direkt in der Überschrift. Richtig müsste es nämlich heißen: Alle lieben Typo3 - außer Dirk. Wenn ich Typo3 höre, dann bekomme ich Herzrasen gepaart mit ganz übler Flatulenz.
Für alle, die gar nicht wissen, um was es sich bei Typo3 handelt: Das ist eine Open-Source-Software zum Verwalten von Inhalten in erster Linie für mittlere bis große Websites - auch Content-Management-System genannt. Mittlerweile lassen sich aber nicht nur Websites, sondern auch Inhalte für andere Ausgabegeräte und Verwendungsarten (Stichwort: Enterprise-Content-Management) in Typo3 verwalten.
Woher rührt nun meine übertriebene Reaktion, wenn ich den Namen "Typo3" höre? Ganz einfach: In vielen Fachpublikationen wird diese Software schon seit einiger Zeit realtiv unreflektiert als Heilsbringer für die Content-Management-Probleme mittelständischer Websites gepriesen. So zum Beispiel in einem Artikel der Zeitschrift iX aus dem Dezember 2005. Fast hat man den Eindruck, bei dem Text würde es sich um einen Auszug aus einer Werbebroschüre handeln.
Viele IT-Entscheider müssen nun denken: Hey, Typo3 scheint die einzig vernünftige Software zu sein. Die müssen wir auch einsetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich aber der Entscheider noch nicht ein einziges Mal die Oberfläche des Systems angeschaut. Und einige Redakteure scheinen das beim Erstellen ihrer Artikel auch versäumt zu haben.
Denn genau in dieser Oberfläche liegt meiner Meinung nach die größte Crux bei Typo3. Das System ist zwar technisch absolut State-Of-The-Art, die Oberfläche für Anwender ist - wenn es nach mir geht - aber großer Mist. Ich finde, Typo3 ist das beste Beispiel dafür was passiert, wenn sich Nerds in verdunkelten Kellerbüros ohne Kontakt zur Nutzerwelt daran machen, ein perfektes System zu entwickeln. Aus technischer Sicht ist ihnen das sicherlich gelungen.
Aber diese Damen und überwiegend Herren aus den Entwicklungsteams sollten sich nun mal in den armen Mitarbeiter eines Unternehmens hineinversetzen, der sich beim Login auf das Backend mit hunderten von funktionsbeladenen Icons konfrontiert sieht. Auch wenn er sich über den Editmodus auf der Live-Site einloggt, wird er immer noch mit einer Ansicht gequält, die alles andere als What-You-See-Is-What-You-Get ist. Von wenig hilfreichen Tool-Tipps und anderen Erklärungstexten mal ganz zu schweigen. Hier von einer intuitiv bedienbaren Oberfläche zu sprechen, wäre ein Witz.
Ich weiß: Jede Software braucht eine Einweisung und kein System ist wirklich selbsterklärend. Aber: Meiner Meinung nach ist eine Software nur so gut wie die Oberfläche, über die sie bedient wird. Und die halte ich bei bei Typo3 für absolut Verbesserungswürdig.
Für Mitarbeiter in Großprojekten, die jeden Tag mehrere Stunden im System arbeiten, mag das zumutbar sein. Für den Marketing-Mitarbeiter eines mittelständischen Unternehmens, der ein paar Mal im Monat die Unternehmensnachrichten und eventuell die Produktbeschreibungen pflegt, ist es das meiner Ansicht nach nicht. Vielleicht kann man einen Schalter einbauen, mit dem sich sämtlicher technischer Overkill für den Redakteur abschalten lässt? Kommentare sind erwünscht.
Für alle, die gar nicht wissen, um was es sich bei Typo3 handelt: Das ist eine Open-Source-Software zum Verwalten von Inhalten in erster Linie für mittlere bis große Websites - auch Content-Management-System genannt. Mittlerweile lassen sich aber nicht nur Websites, sondern auch Inhalte für andere Ausgabegeräte und Verwendungsarten (Stichwort: Enterprise-Content-Management) in Typo3 verwalten.Woher rührt nun meine übertriebene Reaktion, wenn ich den Namen "Typo3" höre? Ganz einfach: In vielen Fachpublikationen wird diese Software schon seit einiger Zeit realtiv unreflektiert als Heilsbringer für die Content-Management-Probleme mittelständischer Websites gepriesen. So zum Beispiel in einem Artikel der Zeitschrift iX aus dem Dezember 2005. Fast hat man den Eindruck, bei dem Text würde es sich um einen Auszug aus einer Werbebroschüre handeln.
Viele IT-Entscheider müssen nun denken: Hey, Typo3 scheint die einzig vernünftige Software zu sein. Die müssen wir auch einsetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich aber der Entscheider noch nicht ein einziges Mal die Oberfläche des Systems angeschaut. Und einige Redakteure scheinen das beim Erstellen ihrer Artikel auch versäumt zu haben.Denn genau in dieser Oberfläche liegt meiner Meinung nach die größte Crux bei Typo3. Das System ist zwar technisch absolut State-Of-The-Art, die Oberfläche für Anwender ist - wenn es nach mir geht - aber großer Mist. Ich finde, Typo3 ist das beste Beispiel dafür was passiert, wenn sich Nerds in verdunkelten Kellerbüros ohne Kontakt zur Nutzerwelt daran machen, ein perfektes System zu entwickeln. Aus technischer Sicht ist ihnen das sicherlich gelungen.
Aber diese Damen und überwiegend Herren aus den Entwicklungsteams sollten sich nun mal in den armen Mitarbeiter eines Unternehmens hineinversetzen, der sich beim Login auf das Backend mit hunderten von funktionsbeladenen Icons konfrontiert sieht. Auch wenn er sich über den Editmodus auf der Live-Site einloggt, wird er immer noch mit einer Ansicht gequält, die alles andere als What-You-See-Is-What-You-Get ist. Von wenig hilfreichen Tool-Tipps und anderen Erklärungstexten mal ganz zu schweigen. Hier von einer intuitiv bedienbaren Oberfläche zu sprechen, wäre ein Witz.Ich weiß: Jede Software braucht eine Einweisung und kein System ist wirklich selbsterklärend. Aber: Meiner Meinung nach ist eine Software nur so gut wie die Oberfläche, über die sie bedient wird. Und die halte ich bei bei Typo3 für absolut Verbesserungswürdig.
Für Mitarbeiter in Großprojekten, die jeden Tag mehrere Stunden im System arbeiten, mag das zumutbar sein. Für den Marketing-Mitarbeiter eines mittelständischen Unternehmens, der ein paar Mal im Monat die Unternehmensnachrichten und eventuell die Produktbeschreibungen pflegt, ist es das meiner Ansicht nach nicht. Vielleicht kann man einen Schalter einbauen, mit dem sich sämtlicher technischer Overkill für den Redakteur abschalten lässt? Kommentare sind erwünscht.
Hallo, mein Name ist Dirk. Ich bin 30 und wohne in Kiel. Mehr Infos hier im Blog oder per 
5 Kommentare:
Nun, ich gebe ebenfalls gerne zu, dass Typo3 auf den ersten Blick sehr verwirrend ist. Aber Fakt ist auch, dass sich das Backend sehr einfach für den "normalen" Editor so darstellen lässt, dass er nur noch die Punkte sieht, die für ihn wichtig sind. Dann ist es auch vorbei mit den vielen verwirrenden Icons. Hier wäre also eher der Nerd zu schlagen, der das System aufgesetzt hat und der einfachheit halber jedem volle Rechte gegeben hat. Die demnächst erscheinende Version 4.0 hat im übrigen eine überholte Oberfläche im Backend.
Hallo Fladi,
ich antworte mal mit einem: Jein :) Ja, man kann dem User über das Rechte-/Rollen-System nur die Bereiche zeigen, die er wirklich braucht. Und ja: Das macht das System schon mal übersichtlicher. Trotzdem finde ich, wird vom normalen User (Redakteur) noch sehr viel Abstraktionsvermögen verlangt. Teilweise finde ich auch Bezeichnungen sehr unglücklich. Aber ok, hoffen wir also auf die Version 4 des Systems.
Hi Dirk,
nun, die Lösung wird die 4er dafür sicher auch nicht bringen. Das ist halt immer das Problem mit so komplexen Systemen. Sicher wäre es einfacher machbar, wenn man einen einfachen Redaktions-Prozess betrachtet. Aber darunter würde dann die Skalierbarkeit meines erachtens leiden. Und wenn ich mir andere CMS angucke (Teamsite, SAP) - dann tun die sich alle nicht viel. Ich denke, jeder der mit Word arbeiten kann, kann nach einer Schulung auch mit Typo Seiten erstellen. Zumindest bei uns klappt das uns selbst die "ungeschicktesten" bekommen das hin.
Ansonsten - schönes Blog - weiter so...
Gruß
Hallo,
mir fehlt im Artikel ein Verweis auf Alternativen, die es angeblich besser können. Und wenn es die geben sollte (was ja durchaus sein kann), müssten die einem allgemeinen Vergleich mit T3 standhalten.
Ich selbst habe Enduser ins T3-BE eingewiesen und alle sind letztendlich klar gekommen. Das grösste Problem war dabei eher, dass die Leute glaubten es mit einer Windowsanwendung zu tun zu haben (für mich ein Zeichen dafür, wie beeindruckend das BE ist). Von diesem Tripp muss man den User erstmal "runterbringen". Mit ein bisschen Grundverständnis steigt auch die Akzeptanz, dass z.B. nicht alles so flüssig geht wie von Excel & Co. gewohnt.
Detlev
Ich denke nicht die Oberfläche ist das Problem für Anwender.
Sondern eher schlechte Schulung, Anwender die nicht bereits sind was neues zu lernen und natürlich schlechtes Anpassen des abckends wie entfernen von überflüssigen Funktionen.
Die Oberfläche ist nicht kompliziert. Sie ist komplex. Und es braucht halt jemanden der sie versteht und nur das für die Redakteure sichtbar macht was sie auch brauchen.
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